Der Bundesleistungswettbewerb für Textilreiniger

Marcel Rieger ist Sieger des Bundesleistungswettbewerbs für Textilreiniger Industrie

(V.l.n.r.): Prüfer Gerhard Hanisch, Heike (Leiterin der Informationsstelle für Unternehmensführung), Sieger Industrie Marcel Rieger, Siegerin Handwerk Nadine Linnemann, Andree Schmidt (3. Platz), Frank Sindermann (2. Platz), Udo Nagelschmidt und Horst Becker (Prüfer)


Die Prüfungen setzen nicht nur Wissen und handwerkliche Fertigkeiten voraus, sondern auch starke Nerven. Die jungen Talente müssen Wasch- und Reinigungsgut sortieren, die Reinigungsmaschine erklären und auch Fachwissen im Bereich Umwelt und Sicherheitstechnik beweisen. Beim Detachieren sollen sie Flecken richtig erkennen und entfernen. Weitere Aufgaben sind u. a. Bügeln, Pressen von Kitteln, Hemden und Blusen sowie das Mangeln von Tisch- und Bettwäsche. Der Beruf des Textilreinigers ist vielseitig und anspruchsvoll. Das zeigt das große Repertoire an Fachwissen, das die Teilnehmer/innen des Bundesleistungswettbewerbs für den Sieg beherrschen müssen. Denn neben der professionellen Reinigung ist auch technisches  Fachwissen gefragt. So sollen teilweise auch relevante Maschinenbauteile und deren Funktionen erläutert und am Gerät demonstriert werden.


Wiedereröffnung Denzlingen

Geschäftseröffnung Wäscheservice Rieger Denzlingen


Artikel zu Wäscheservice Rieger

Eine äußerst wandlungsfähige Halle

Marcel Rieger und Inhaberin Martina Rieger bei der Arbeit

In einem Teil der Halle hat der Wäscheservice Rieger – hier Martina Rieger mit Sohn Marcel – seine Maschinen aufgebaut. Foto: Thomas Kunz

OPFINGEN. Gebäude können auf zweierlei Weise ihr Gesicht verändern: äußerlich in Form und Aussehen oder im Inneren, in ihrer Funktion. Letzterem Wandel war die alte Tennishalle am Opfinger Hugstmattweg im Laufe der vergangenen Jahre mehrfach unterworfen: Das Gebäude, das zwischenzeitlich als "Kinder-Galaxie" auch über den Tuniberg hinaus bekannt war, beherbergt nun einen Wäscheservice und eine Kampfsportschule. Ein kleiner historischer Überblick.

Gebaut wurde die Halle 1978, erinnert sich Oliver Preis, einer der heute vier Besitzer des Gebäudes. Preis’ Vater hat in den Räumlichkeiten bis in die 2000er Jahre hinein eine Tennishalle mit vier Plätzen betrieben. Doch irgendwann war dies nicht mehr wirtschaftlich genug, so Oliver Preis: "Die Festplatzreservierungen wurden immer weniger." Die Tennisspieler gingen – und der Nachwuchs kam in den Hugstmattweg 7: Am 1. Oktober 2005 eröffnete die "Kinder-Galaxie" ihren großen Indoor-Spielplatz. Auf einer Fläche von 2600 Quadratmetern konnten sich die Jüngsten fortan unter anderem auf Trampolinen und in Hüpfburgen, am Klettergerüst oder auf der Kartbahn vergnügen. Doch fand dieses "galaktische Vergnügen" nach einigen Jahren sein Ende: 2010 siedelte die "Kinder-Galaxie" in den Stadtteil St. Georgen um.


Auch hier waren ökonomische Aspekte ein wichtiger Faktor für den Weggang, wie Opfingens Ortsvorsteher Hans-Jürgen Stadelhofer erzählt: "Zum Beispiel waren die Heizkosten zu hoch – immerhin ist die Halle nicht isoliert."

Zunächst wurden dann Teile der Räumlichkeiten von einer Firma als Lager genutzt. Schließlich verlegte im vergangenen Jahr zum 1. Mai der Wäscheservice von Martina und Christian Rieger einen Teil seiner Aktivitäten in die Halle mit der Adresse Hugstmattweg 7. Bereits seit 1993 ist das Unternehmen am Hugstmattweg, allerdings in der Nummer 14, angesiedelt. Im vergangenen Jahr wurde expandiert. Auf einer Fläche von 800 Quadratmetern geraten nun in der einstigen Sport-und Spielhalle Textilien in Bewegung, wie Christian Rieger schildert: "Hier wird die Flachwäsche, also Tisch-und Bettwäsche, gewaschen und gemangelt." Und das in nicht geringer Zahl: Das Gewicht der gereinigten Materialien, unter anderem aus der Gastronomie und Hotelerie, beträgt über eine Tonne pro Tag. Auch das Privatkundengeschäft spiele für das Unternehmen aber eine große Rolle, betont Martina Rieger.

Neben dem Wäscheservice und der nach wie vor laufenden Nutzung als Lagerfläche hat nun ein dritter Mieter in der Halle eine Bleibe gefunden: Karl Jawhari hat hier im Obergeschoss über dem Eingangsbereich als Untermieter der Riegers seine Kampfsportschule eingerichtet – auf einer Trainingsfläche von 110 Quadratmetern. Dazu kommt ein kleiner Aufenthaltsraum. Jawhari will längerfristig in Opfingen bleiben: "Wir haben einen Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben", sagt er. Jawhari ist im Kickboxen deutscher Bundestrainer der World Kickboxing Federation für Leichtkontakt und als Sportler selbst Träger zahlreicher Titel.

Den Antrag der Schule, einen Teil der Halle für Boxen, Kickboxen, Zumba und Samurai-Fitness zu nutzen, hat der Ortschaftsrat im Frühjahr befürwortet – "ohne Bedenken", so der Ortsvorsteher. Auch von Anwohnerseite habe es keine Einsprüche gegeben. Dass der Antrag auf Nutzungsänderung erst gestellt wurde, nachdem die Kampfsportschule bereits die Räumlichkeiten bezogen hatte, sei zwar nicht ganz korrekt, aber "auch nicht so unüblich", sagt Stadelhofer: "Manchmal wissen die Betroffenen einfach nicht, dass so ein Antrag gestellt werden muss." Das Konzept der Schule habe auf jeden Fall Anklang gefunden. Dass Karl Jawhari vor allem der Jugend sportliche Angebote macht, hat auch Christian Rieger davon überzeugt, den ehemaligen Squash- und Badmintonraum der Halle an die Kampfsportschule zu vermieten.